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Der Arzt im Ruhestand meint

Die Kernkompetenz der Kirchen liegt ja mehr im Bereich des Seelenheils und deshalb sind Vorschläge und Vorschriften aus dieser Richtung nicht vorrangig auf der Welt, um Gesundheit und körperliches Wohlbefinden zu fördern. Bei der Fastenzeit allerdings lohnt sich durchaus eine zweite Perspektive. Nennen wir sie Schonzeit und nehmen ihr unerfreuliche Kindheitserinnerungen an erhobenen Zeigefinger und schlechtes Gewissen und reduzieren freiwillig Süßes, Fettiges und Prozentiges. Man kann Verzicht üben oder Buße tun und gleichzeitig der Gesundheit etwas Gutes. Damit schonen wir sofort Magen, Darm, Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse und bald danach die „Zielorgane“ von Diabetes, Bluthochdruck, Stoffwechselstörungen und Übergewicht, nämlich Herz, Gehirn und Skelettsystem. Ob man solch eine Schonzeit zwischen Karneval und Ostern, im Urlaub oder Ramadan, zwischen Ostern und Pfingsten oder sonst wann einlegt, ist für das Körperheil natürlich unerheblich. Wer an Untergewicht oder konsumierenden Krankheiten leidet, die tatsächlich so genannt werden und mit Gewichtsverlust einhergehen, ist ausdrücklich nicht gemeint. Gezielte, medizinisch notwendige Gewichtsreduktion sieht anders aus, kompliziertes Heil- oder Intervallfasten auch. Wiegen, Messen, Dokumentieren müssen Sie gar nicht, bloß mal etwas weglassen, die kleinen Teller nehmen, die kleinen Flaschen. Oder gefällt Ihnen mal eine Schonwoche im März, mal zwei im Juli und vielleicht noch eine im November besser?
Übrigens sind wir Seniorinnen und Senioren strenggenommen gar nicht mehr gemeint mit dem Fastengebot, sagt mein Kirchenfachmann. Wir wären dann also mal wieder päpstlicher als die Päpste. Auch das noch!